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25.01.04
"Faire Nachbarschaft" statt "Bauernkrieg"
BUND ruft Landwirte zum Gentechnik-Boykott auf
(ots) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft zum
Abschluss der Grünen Woche die deutschen Landwirte zur Einrichtung großflächiger
gentechnikfreier Zonen und Regionen auf. Mit schriftlichen Selbstverpflichtungen
zur gentechnikfreien und fairen Nachbarschaft sollten sich jene Agrarbetriebe
gegenseitig schützen, die ohne Gentechnik produzieren wollten. Durch
gentechnische Verunreinigungen drohe auch dem Ökolandbau das Aus. In
Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg haben Bauern bereits die Einrichtung
gentechnikfreier Regionen von je rund 10000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche
vereinbart.
Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Das Qualitätsmerkmal
'gentechnikfrei' wird bald so wertvoll sein wie nie. Denn die Mehrheit der
Verbraucher will keine Gentechnik auf dem Teller. Auch große Handelsketten haben
sich gegen Gen-Food ausgesprochen. Wenn die Landwirte sich, die Verbraucher
und die Natur vor unkalkulierbaren Risiken schützen wollen, können sie jetzt die
Initiative ergreifen und der Gentechnik eine klare Absage erteilen. Das sichert ihnen
die Märkte der Zukunft."
Der von Agrarministerin Künast kürzlich vorgelegte Entwurf für ein neues
Gentechnikgesetz sei keine ausreichende Grundlage, um die gentechnikfreie
Landwirtschaft zu sichern. Entscheidende Punkte wie die "gute fachliche Praxis"
und das Monitoring des Anbaus blieben bislang ungeklärt. Informationen zu den
Standorten gentechnisch veränderter Felder seien weiter nur schwer zugänglich.
Jene Bauern, deren Felder und Ernten gentechnisch verunreinigt wurden, müssten
zudem selbst nachweisen, wer diese Schäden verursacht hat.
Doris Tropper: "Künast muss das Gentechnikgesetz dringend nachbessern, weil es
in seiner jetzigen Form keinen ausreichenden Schutz vor gentechnischer
Verunreinigung bietet und dem Verursacherprinzip widerspricht. Geschädigte
Bauern dürfen nicht die Beweislast dafür aufgebrummt bekommen, wer ihre Felder
eigentlich verunreinigt hat. Bei der Haftung müssen die weltweit agierenden
Gentechnikkonzerne in die Verantwortung genommen werden."
Auf den Seiten der Aktion Faire Nachbarschaft finden Sie weitere Informationen.
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