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22.11.02
Abrechnungsbetrug Zahnersatz: AOK fordert Zertifizierung von zahntechnischen Leistungen
Bonn (ots) - Nur durch eine strenge Kontrolle der zahntechnischen Betriebe kann nach Ansicht der AOK den jetzt
aufgedeckten Betrugsmanövern ein Riegel vorgeschoben werden. Die AOK fordert daher die schnelle Einrichtung einer
Zertifizierung von Zahnersatzqualität und Preisen.
Nur so könne sicher gestellt werden, dass Zahnersatzrechnungen korrekt sind und die Qualität zahnmedizinischen
Standards entspricht. Praktisch müssten zahntechnische Betriebe regelmäßig von Zertifizierungsexperten durchleuchtet
werden. Diese Regelung müsse gelten sowohl für Praxislaboratorien in der verantwortlichen Leitung von Zahnärzten wie
für gewerbliche Laboratorien und deren Zulieferbetriebe. Zahnersatz-Hersteller sollten künftig ähnlich wie Zulieferbetriebe
in der Industrie Qualitätsnormen einhalten müssen und ständig geprüft werden. Angesichts eines Marktes von rund 5
Milliarden Euro an Zahntechnikleistungen in Deutschland müssten Strukturen geschaffen werden, die faire
Wettbewerbsbedingungen für alle Beteiligten bieten. Notwendig sei Transparenz hinsichtlich Qualität, Material,
Herstellungsort und Preiswürdigkeit.
Weiterführend sollten Krankenkassen künftig auch direkte Vertragsbeziehungen mit Zahnärzten und
Zahntechnikherstellern eingehen dürfen, was derzeit durch gesetzliche Monopolregelungen zugunsten
Kassenzahnärztlicher Vereinigungen und der Zahntechniker-Innungen verhindert werde. So könnten die Kassen künftig im
Wettbewerb untereinander ihren Versicherten preisgünstige und qualitätsgesicherte Zahnersatzleistungen anbieten.
Dringender Handlungsbedarf gegen Betrug und Korruption im Gesundheitswesen
Krankenkassen fordern Zahnärzte zu gemeinsamen Aktivitäten gegen Betrug auf
Bergisch Gladbach (ots) - Nach Ansicht der Spitzenverbänden der Gesetzlichen Krankenversicherung macht der jüngste
Betrugsskandal mit Zahnersatz deutlich, dass dringender Handlungsbedarf im Gesundheitssystem besteht, um Betrug und
Korruption einzudämmen. Es sei nun endlich an der Zeit, durch harte Strafen und auch berufsrechtliche Sanktionen, wie
Zulassungsentzug, dem Betrug entgegen zutreten. Dies sei nur in einer gemeinsamen Aktion von ärztlichen
Leistungserbingern und Kassen möglich.
Zahnärzte in ganz Deutschland sollen nach jetzigem Stand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaften ihren Patienten
jahrelang Prothesen eingesetzt haben, die billig im Ausland gefertigt wurden, den Kassen und den Patienten aber den
vielfach höheren deutschen Preis in Rechnung gestellt haben. Den unrechtmäßigen Gewinn haben sich nach den
vorliegenden Erkenntnissen die Unternehmen und Ärzte geteilt. Damit hätten die Zahnärzte Kassen und Patientinnen und
Patienten betrogen.
Beunruhigendend sei, dass hier offensichtlich mit großer Systematik (und krimineller Energie) Rechtsbruch betrieben
worden sei. Mit dem Betrug würde zuvörderst das Vertrauen der Versicherten in die Zahnärzte zerstört. Der Forderung
der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung nach harten Strafen in den Fällen, in denen Betrug nachgewiesen werde,
schlossen sich die Spitzenverbände der Krankenkassen an. Den Vorwurf der Bundeszahnärztekammer, die Kassen
hätten Mitschuld weisen die Spitzenverbände der Krankenkassen vehement zurück. Es sei die Pflicht der gesetzlichen
Krankenversicherung, die Zahnärzte zur Wirtschaftlichkeit zu bewegen. Die Notwendigkeit wirtschaftlich zu arbeiten
beinhaltet nicht die Aufforderung zur Entwicklung krimineller Energien. Durch eine flexiblere Vertragsgestaltung könnten die
Kassen künftig im Wettbewerb untereinander ihren Versicherten preisgünstige und qualitätsgesicherte
Zahnersatzleistungen anbieten.
Mangelhaftes Katastrophenmanagement WWF: Kritik an spanischen Behörden nach Tankerunglück
Frankfurt a. M./Madrid (ots) - Der WWF wirft der spanischen Regierung vor, seit Beginn der Ölkatastrophe die Gefahren
nicht ernst genug zu nehmen und zu wenig zur Abwehr der versunkenen restlichen 60.000 Tonnen Öl des Tankers
Prestige zu unternehmen. Mit dem Hinausschleppen des Tankers habe man nur erreicht, dass das Öl sich nun über weit
größere Gebiete verteilt. Von dem gesunkenen Tanker gehe weiterhin eine erhebliche Gefährdung aus, denn das Öl könne
an die Oberfläche steigen, so der WWF. Die Naturschützer forderten die spanische Regierung auf, ausreichende Mittel
bereit zu stellen und bessere Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation in den Griff zu bekommen.
Um wenigstens einige der gefährdeten Gebiete vor dem Öl zu schützen, dringt der WWF auf effiziente Ölsperren entlang
der Küstenlinie, die durch elf bis zwölf landwärts treibende Ölteppiche bedroht ist. Zwar seien die Ölsperren auf hoher
See nur begrenzt wirksam, doch bestehe zumindest eine Chance, so die ruhigeren Buchten und Flussmündungen
abzuschirmen, in denen besonders empfindliche Lebensräume wie Salzwiesen und auch viele Muschelbänke vorkommen.
Außerdem müssten alle verfügbaren Ölbekämpfungsschiffe aus anderen Ländern eingesetzt werden. Auch wenn
angesichts der rauen See und des schwierig zu entfernenden Öls keine Wunder zu erwarten seien, könne so wenigstens
ein Teil der schwarzen Gefahr von der Küste ferngehalten werden. Zugleich reklamierte die Umweltorganisation mehr
Transparenz über die ergriffenen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und über die aktuelle Lage der Ölteppiche. "Es ist
unverantwortlich, dass die spanische Regierung die Hände in den Schoß legt und hofft, das Öl möge nicht an die
Oberfläche kommen", sagte Dr. Simon Cripps, Direktor des internationalen WWF-Meeres-Programms, vor Ort. "Spanien
muss unverzüglich und mit allen verfügbaren Mitteln reagieren, um weitere Schäden von den Küstenorten und der Tierwelt
fernzuhalten!" Der WWF wirft der Regierung vor, dass bisher nur auf etwa 14 Kilometern Länge Ölsperren errichtet
wurden, obwohl bis zu 100 Kilometer zum Schutz der Küste erforderlich wären. Zudem seien wegen schlechter
Organisation und mangelhafter Koordination Schiffe anderer Länder daran gehindert worden, Hilfe zu leisten, obwohl
diese dazu bereit waren. "Sollte das Öl an die Oberfläche kommen, sehen wir einer gigantischen Katastrophe entgegen.
Diese können wir jetzt zwar nicht mehr verhindern, aber durch schnelle und effiziente Maßnahmen wenigstens mildern.
Deshalb muss sofort ausreichend Vorsorge getroffen werden. Sonst kann sich die doppelte Ölmenge der Exxon Valdez
an den Küsten Spaniens und Portugals verteilen", sagte Cripps.
Aufgrund der bestehenden Rechtslage werden die verursachenden Firmen und ihre Versicherung aller Voraussicht nach
nur einen Bruchteil der entstehenden Kosten übernehmen müssen. Aus Sicht des WWF muss ein europäisches Gesetz
regeln, dass künftig alle Schäden durch die Verursacher selbst zu zahlen sind. Nur so entstünden Anreize, verstärkte
Sicherheitsvorkehrungen zu treffen
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